Investorenwettbewerb Konrad-Adenauer-Allee | Andernach

Das Grundstück in der Konrad Adenauer Allee in Andernach am Rhein bietet mit seiner exponierten Lage viel Potential für ein reizvolles und nachhaltiges Nutzungskonzept. Der geschichtliche Bezug der Stadt Andernach zur römischen Zeit, die Lage des Grundstücks am Rhein unweit der freigelegten römischen Anlage aus der Antike, die Nähe zum stadtbildprägenden „Runden Turm“ der ehemaligen Stadtbefestigung sowie die ehemalige Friedrich Weissheimer Malzfabrik hatten maßgeblichen Einfluss auf das Gestaltungskonzept und die Formensprache des Gebäudeentwurfes. Als ordnende Grundlage des Gebäudeentwurfes diente die Grundstruktur eines römischen Feldlagers „Castrum“ und dessen zwei Hauptachsen mit seiner Umwehrung.

Die Hauptachsen wurden auf markante und maßgebliche Bezüge wie den „Runden Turm“ im Westen, das Konrad-Adenauer-Ufer am Rhein im Norden sowie die Malzfabrik und die freigelegte römische Anlage aus der Antike im Süden der Stadt neu ausgerichtet.

Die Achsen dienen zum einen als Erschließungsachsen der Bauwerke und zum anderen als Bewegungsflächen innerhalb des geplanten Gebäudeensembles. Geplant als „Lernpfade“ sollen die Achsen mittels Informationstafeln, Audioskopen und Videoskopen interessierten Bürgern, Schulklassen und Touristen die Möglichkeit bieten, sich über die Geschichte der Stadt Andernach zu informieren.

Die Nord-Süd Achse mit Blick auf die alte Malzfabrik mündet an der alten Stadtmauer. Diese soll in Zusammenarbeit mit der Stadt gemäß des ursprünglichen Verlaufs neu errichtet werden. Hier sollen weitere Stadtgärten zum Thema „Andernach – Die Essbare Stadt“ für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Andernach entstehen und die vorhandenen Stadtgärten entlang der alten Stadtmauer als Rundweg zu einem Gesamtkonzept schließen.

Das Ensemble besteht aus zwei Hauptgebäudeteilen. Das 2-geschossige Gebäude entlang der Konrad-Adenauer-Allee bildet die Eingangs- und Torsituation der Rheinpromenade aus. Das nach Süd-Westen angeordnete 4-geschossige Gebäude bildet einen städtebaulichen Abschluss und blickt über das nach Norden angeordnete zweigeschossige Bauwerk in Richtung Rhein. Die Anordnung der Baukörper bildet eine zentrale Fläche (Patio), welche als geschützter Ort zum Aufenthalt und Verweilen einlädt. Das Material der Gebäudefassade besteht aus Ziegeln. Dieser traditionelle Werkstoff fügt sich mit seinen nachhaltigen und robusten Eigenschaften sowie seiner natürlichen Anmutung in das Stadtbild ein.

Der nach Norden an der Konrad-Adenauer-Allee angeordnete zweigeschossigen Baukörper besteht aus gewerblichen Nutzungseinheiten. Hier sind Büroeinheiten für z. B. Notar, Anwalt, Steuerberater, Ingenieur, Webdesigner, Ärzte, etc. vorgesehen. Weiterhin ist zum Rhein ausgerichtet eine kleine Gastronomienutzung geplant. Hier soll eine Bar entstehen, die über ein kleines und einfaches Sortiment an Speisen verfügt. Die Speisen können zum Teil aus einer Zusammenarbeit mit dem gegenüberliegenden Hotel am Rhein kommen und über eine vorgesehene Vorbereitungsküche dem Gast zum Verzehr angeboten werden. Es ist denkbar, dass den Mitarbeitern der umliegenden Büroflächen ein Mittagstisch angeboten wird. Weiterhin bietet die Gastronomiefläche den Gästen der im gegenüberliegenden Gebäude vorgesehenen Lodges (Fremdenzimmer) die Möglichkeit zu einem Frühstück.

Das sich nach Süd-Westen orientierende viergeschossige Bauwerk beinhaltet im Erdgeschoss 11 Wohnlodges. Diese Zimmer können von Touristen und Reisenden über ein Terminal gebucht und zum übernachten genutzt werden. Es ist keine Rezeption nötig, die Wohnlodges haben jeweils einen separaten Zugang und sind autark. Es ist denkbar die Stadt oder private Investoren an diesem Konzept zu beteiligen. Zusätzlich ist zum Patio und zur Kirchstraße ein Ladenlokal angeordnet. In den darüber liegenden Geschossebenen sind 10 barrierefreie Wohneinheiten vorgesehen. Die Wohneinheiten haben eine offene und flexible Grundrissgestaltung und bieten durch die Grundrissorganisation und Ausrichtung ein hohes Maß an Wohnqualität und Privatsphäre.

Durch die gegliederte und gestufte Bauweise der zwei gegenüberliegenden Baukörper bestechen alle Wohneinheiten im zweiten und dritten Obergeschoss zusätzlich durch einen Rheinblick. Das Durchwühlen ermöglicht eine zweiseitige Belichtung der Wohneinheiten und schafft lichtdurchflutete Wohnräume. Durch die geplanten Lodges und Dachterrassen bieten alle Wohnungen auch im Außenbereich ein hohes Maß an Privatsphäre und Lebensqualität.